Homo erectus und die Anfänge von Zahl und Rechnen. Die gravierten Knochen-Artefakte von Bilzingsleben - die ältesten Mondbeobachtungen der Menschheit
von Theodor Schmidt-Kaler, Margetshöchheim |
Genauere Analyse des Knochen-Artefakts A1 von Bilzingsleben (370.000 Jahre vor heute) erweist dieses als hochsymmetrisch und führt zur Rekonstruktion des abgebrochenen Teils durch einen zweiten Fächer von sieben Geraden, insgesamt also 7 + 13 + 7 = 27 Geraden. Das rekonstruierte Gebilde (Abb. 6) vermittelt den Eindruck eines (abbrechenden) Zyklus, dargestellt in einem schmalen Band. Welches zeitliche Phänomen in der Umwelt der Bilzingslebener hatte 27 Teile oder Abschnitte? Die Antwort ist unerwartet eindeutig: nur der Mond mit seinen 27 Stationen in einem Sternmonat von 27 Tagen. Das Artefakt konnte für praktische und kultische Zwecke als „Kalender“ dienen. Der Aufsatz schließt mit einem Ausblick auf Konsequenzen für unser Bild von der Evolution des Menschen. |
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Homo mathematicus: Urformen von Geometrie und Arithmetik im Paläolithikum
von Michael A. Rappenglück, Gilching |
Die im 20. Jh. einsetzende Erforschung der Urgeschichte der Mathematik (Paläomathematik) zeigt, dass im Paläolithikum sich zugleich mit der Ausgestaltung des menschlichen Bewusstseins auch das abstrakte, arithmetische und geometrische Denken aus Vorformen im Tierreich zu Höchstleistungen entwickelt hat, die die Grundlage bereitet haben für die Mathematik eines Euklid. Die Studie belegt, wann, wo und wie im Paläolithikum (2,6 Ma-12 ka BP) die Wahrnehmung, das Nachdenken und die operational-metrologische Umsetzung von Formen (Geometrie) und Zählung (Arithmetik) evident werden. |
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Stonehenge - Himmelsscheibe - Hoheward. Horizontastronomie damals und heute
von Burkard Steinrücken, Recklinghausen |
Die Horizontastronomie basiert auf der Beobachtung der sich zyklisch verändernden Auf- und Untergangsrichtungen von Sonne und Mond. Auf diese Weise lässt sich z.B. das Sonnenjahr einfach und anschaulich bestimmen. Schon in prähistorischer Zeit wurde diese Beobachtungstechnik, die den natürlichen Landschaftshorizont oder aufgestellte Steine und Pfosten als Peilhilfe benutzt, angewandt. Da das mit der Horizontastronomie gewonnene Wissen Grundlage für die Zeitbestimmung, die Zeitordnung und das Kalenderwesen vieler Kulturen ist, ist sie auch eine uralte Kulturtechnik. |
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Interpretation des Bauplans von Stonehenge als Abbild der Himmelskugel für den 51. Breitengrad
von Burkard Steinrücken, Recklinghausen |
Hat der 51. Breitengrad in der Archäoastronomie eine besondere Bedeutung? - Ein Grund dafür kann in der sogenannten "A = Symmetrie" gesehen werden: Das Nordazimut des Aufgangs der Sommersonne A gleicht der geographischen Breite des Standortes. Diese Idee in Verbindung mit der Technik des zeichnerisch sphärischen Rechnens führt zu einer erstaunlich konsistenten Deutung des Bauplans von Stonehenge, welches das herausragende archäoastronomische Objekt auf dem 51. Breitenkreis ist. Bei der zeichnerischen Konstruktion wird der Satz des Thales benötigt und das im Thaleshalbkreis einbeschriebene rechtwinklige Dreieck lässt sich zu einer Raute mit der Innenwinkelpaarung 80°/100° erweitern. Die goldene Bush-Barrow-Raute, gefunden in unmittelbarer Nähe von Stonehenge, zeigt den für die A = Konstruktion von Stonehenge erforderlichen Zustand. |
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Wege des Wissens
von Rahlf Hansen und Christine Rink (Hamburg) |
Ausgehend von der These, dass auf der Himmelsscheibe von Nebra die babylonische Plejadenschaltregel verschlüsselt ist, versuchen wir Zwischenstationen des Wissenstransfers von Babylon nach Nebra aufzuzeigen. Objekte aus Troja, Mykene und Bernstorf werden in diesem Zusammenhang diskutiert. Des Weiteren wird ausgehend von unseren Thesen zur Entwicklung der bronzezeitlichen Astronomie untersucht, wie sich dies Wissen in verschiedenen Objektklassen nachweisen lässt. Die Zahlenkombination 32 / 33 spielt dabei eine herausragende Rolle. Es wird auch untersucht, wie in späteren Textquellen sich Anklänge an diese Astronomie finden lassen könnten. |
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Der Babylonische Kalender
von Lis Brack-Bernsen (Regensburg) |
Dieser Artikel behandelt den babylonischen Kalender – er enthält aber auch Hinweise zur babylonischen Astronomie. Die babylonische Astronomie ist die früheste hoch entwickelte Astronomie der Welt, die durch schriftliche Zeugnisse (Keilschrifttafeln) dokumentiert ist. Dadurch haben wir Einsichten in die verschiedenen Entwicklungsstufen der babylonischen Astronomie bekommen. Die Bibliographie umfasst die wichtigsten neueren Arbeiten darüber. |
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Einige Bemerkungen zum Qumran-/Henoch-Kalender
von Theodor Schmidt-Kaler, Margetshöchheim |
Der 364-Tage-Henoch-Kalender bedarf einer mit der 7-Tageswoche kompatiblen Schaltung. Unmittelbar vor dem „Exodus aus Ägypten“ erhielt das Volk Israel einen neuen Kalender, den auf dem Sabbat basierenden, mit dem Venuslauf verknüpften Henoch-Kalender. Seine 70-Tage-Schaltung alle 56 Jahre ist in Ex 15,27; 24,1.9 angedeutet. Während sich in Mesopotamien und Ägypten kaum eine Spur dieses Kalenders findet, ist er in Mitteleuropa bereits 3300 v. Chr., in Westeuropa ca. 2800 v. Chr. nachweisbar. Vermutlich haben die Seevölker ihn im 13. Jh. nach Palästina gebracht. |
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Der altarabische Kalender
von Christine Rink und Rahlf Hansen, Hamburg |
Über den vorislamischen arabischen Kalender ist wenig bekannt und gehen die Ansichten weit auseinander. Wir gehen von verschiedenen Typen von Quellen (Koran, Gedichte, Inschriften, klassisch antike Überlieferungen, Münzen, andere Bildquellen und Ausrichtungen von Gebäuden) aus. Ältere Arbeiten zum Thema werden zusammengefasst. Abschließend wird die These aufgestellt, dass im alten Arabien ein lunisolarer Kalender in Gebrauch war, der nach der Plejadenregel geschaltet wurde. Zusätzlich unterstellen wir einen Sternkalender für das Sonnenjahr. |
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